Gardinen waschen
Zwei- bis viermal im Jahr, separat, Trommel nur zu einem Drittel, Schongang – und danach feucht wieder aufhängen. Das eigene Gewicht des Stoffes zieht die Falten heraus, das Bügeln entfällt dann meist komplett.
Bild KI generiert Zwei- bis viermal im Jahr
Damit Beschaffenheit und Farbe lange erhalten bleiben, sollte jede Gardine in regelmäßigen Abständen durch eine Wäsche gepflegt werden. Wichtig ist ein möglichst schonendes Verfahren, damit Struktur und Farbgebung der Textilien durch den Waschgang so wenig wie möglich beansprucht werden.
Wie oft gewaschen werden muss, hängt vor allem davon ab, in welchen Räumen die Gardinen hängen und wie hoch der Verschmutzungsgrad ist. In der Regel verschmutzen Vorhänge in der Küche stärker als beispielsweise im Wohnzimmer – dort lohnt der kürzere Rhythmus.
Empfehlenswert sind zwei bis vier Wäschen pro Jahr – viermal vor allem bei starker Belastung. Als Reinigungsprodukte eignen sich spezielle Gardinenwaschmittel für reinweiße Stoffe sowie Feinwaschmittel für Deko- und farbige Vorhangstoffe. Die meisten Stoffe für die Fensterdekoration sind heute so hochwertig, dass sie problemlos in der Waschmaschine gewaschen werden können.
Gardinen waschen in acht Schritten
Von der Stange bis zurück ans Fenster – acht überschaubare Handgriffe für ein sauberes, faltenarmes Ergebnis, schonend für Stoff und Maschine.
Kurz vor dem Waschen abnehmen
Gardinen erst kurz vor der Wäsche von Gardinenstange oder -schiene abnehmen, sonst entstehen durch längere Lagerung schwer entfernbare Knitterfalten. Dekostoffe vorab leicht abbürsten oder ausschütteln.
Metallteile entfernen, Wäschenetz nutzen
Nadeln, Ringe und ähnliche Metallteile vorher abnehmen, um Rostflecken und Ziehfäden zu vermeiden. Ein Wäschenetz (oder ein Kopfkissenbezug) schützt vor zu starker Schleuderwirkung – Kunststoffteile können oft (je nach Gardinenhersteller) mit hinein.
Immer separat waschen
Gardinen nie mit anderer Wäsche zusammen waschen. So vermeiden Sie Verfärbungen, und die empfindlichen Gewebe werden nicht zusätzlich beansprucht.
Trommel nur zu einem Drittel füllen
Eine zu volle Trommel sorgt für starke Knitterfalten und ein schlechteres Waschergebnis. Optimal ist eine Befüllung von etwa einem Drittel.
Temperatur & Schongang beachten
Nie heißer waschen als auf dem Etikett angegeben – sonst leidet die Faser. Schon- oder Feinwaschgang sind ideal. Wenn geschleudert werden darf, dann nur mit niedrigster Stufe oder besser ganz darauf verzichten.
Feucht wieder aufhängen
Direkt nach dem Waschen kurz auf der Leine abtropfen lassen und im noch feuchten Zustand wieder aufhängen. Das eigene Gewicht zieht den Stoff faltenfrei – und der Raum riecht frisch.
Bei Bedarf vorsichtig bügeln
Sollten doch Falten zurückbleiben, hilft vorsichtiges Bügeln – am besten mit dem Dampfbügeleisen. Achtung: Dekostoffe aus Polyacryl immer ohne Dampf bügeln.
Handwäsche für kleine Gardinen
Bei kleinen Gardinen wie Scheibengardinen oder Kurzgardinen ist Handwäsche möglich. Wassertemperatur maximal 30 °C, schonendes Feinwaschmittel (alternativ mildes Haarshampoo) – anschließend abtropfen und feucht aufhängen.
Tipp aus der Praxis
Wer auf den Schleudergang verzichtet und die Gardine direkt nass aufhängt, spart sich oft das Bügeln komplett – das eigene Gewicht des Stoffes erledigt die Arbeit.
Pflegesymbole und Pflegehinweise für Stoffe
Die wichtigsten Symbole auf einen Blick – so lesen Sie am Etikett ab, welche Behandlung Ihre Gardine verträgt.
Waschsymbole
Nur für Handwäsche geeignet.
Schonwaschgang mit angegebener maximaler Gradzahl.
Nicht in der Waschmaschine waschbar.
Bügelsymbole
Bügeln erlaubt. Die Anzahl der Punkte im Symbol informiert über die zulässige Hitze.
Nicht zum Bügeln geeignet.
Reinigungssymbole
Chemische Reinigung erlaubt. Die Buchstaben im Symbol informieren über das zulässige Lösungsmittel (hier Perchlorethylen).
Nicht für die chemische Reinigung geeignet.
Trocknungssymbole
Das Trocknen ist im Trockner erlaubt.
Nicht für den Trockner geeignet.
Wäsche zum Trocknen auf die Leine hängen.
Drei Fragen, die immer wieder kommen
Die Gardine ist vergilbt
Nutzen Sie ein spezielles Gardinenwaschmittel – oder legen Sie die Gardine vor dem Waschen in Wasser mit etwas Backpulver oder Waschsoda ein.
Läuft der Stoff ein?
Naturfasern wie Baumwolle oder Leinen können bis zu 5 % einlaufen, Kunstfasern wie Polyester sind in der Regel formstabil. Beachten Sie stets das Pflegeetikett.
Deshalb gilt: erst waschen, dann kürzen – sonst stimmt die Länge nach der ersten Wäsche nicht mehr.
Gleiter und Faltenstecker drin lassen?
Die Gardine selbst gehört zum Waschen abgenommen. Kunststoffteile können oft, je nach Gardinenhersteller, in einem Wäschenetz verpackt an der Gardine verbleiben. Metallteile gehören immer ab – sie verursachen Rostflecken und Ziehfäden.
Manche Gewebe reagieren beim Waschen besonders eigen – welche das sind, steht im Gardinen-Lexikon.
Im Zweifel entscheidet das Etikett
So kann eine Pflegezeile aussehen
Bei einem Polyester-Gardinenstoff liest sie sich zum Beispiel so: waschbar 30 °C (Schongang) · keine Chlorbleiche · bügelbar (1 Punkt) · keine chemische Reinigung · kein Trockner. Andere Stoffe tragen andere Angaben – und manche Gardine bringt gar keine Pflege-Icons mit. Maßgeblich ist immer das Etikett an Ihrer Gardine, nicht die Faustregel aus dem Ratgeber.
Unsicher, was Ihr Stoff verträgt?
Fragen Sie lieber einmal nach, bevor die Gardine in die Trommel geht: telefonisch unter +49 (0) 3606 5062500 oder über das Kontaktformular.
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